Ausstallung: Grenze ist nur ein Wort

29. 11. 2021

Haus der deutsch-tschechischen Verständigung präsentiert Ausstellung „Grenze ist nur ein Wort“, mit dem
Untertitel „Wir sind sousedé / My jsme Nachbarn“. Die Ausstellung stellt die Aktivitäten vor, die an der
geschlossenen Grenze im Frühling 2020 stattfanden. Sie erinnert daran, dass wir ein einem gemeinsamen
europäischen Raum leben, und dass vor allem die Grenzgebiete so ineinander verflochtene Regionen sind, dass
die Grenze für die Menschen von dort überhaupt nicht mehr existieren.

Die Ausstellung entstand im Rahmen der Dokumentationsaktivitäten des Nationalmuseums und wurde erstmals an einem seiner Standorte (imTschechischen Marionetten- und Zirkusmuseum in Prachatice) gezeigt. Sie wird dann im Februar 2022 von
Jablonec nad Nisou - Rýnovice in das Bavaria Bohemia Zentrum in Schönsee, Deutschland, umziehen.
Am Donnerstag, den 12. März 2020, wurde die Regierungsmaßnahme zu einem vorübergehenden Wiedereinführen
des Innengrenzschutzes der Tschechischen Republik veröffentlicht.

Mit der Gültigkeit ab Mitternacht 13. März wurde allen Fremden aus den sog. Risikogebieten verboten die Tschechische Republik einzutreten – und nicht nur das, zu einer Straftat wurde auch die Republik zu verlassen. Mit Deutschland und Österreich blieb nur ein paar Grenzübergänge offen, die anderen wurden versperrt. Ende April kam der Germanist Jan Kvapil mit der Idee „der
Spaziergänge der Grenze entlang“. Die ersten „zufälligen“ Treffen fanden am 2. Mai 2020 an fünf Orten der grünen
Grenzlinie zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik statt. Jan Kvapil mit seinem deutschen Freund
Stephan Messner gründeten dann die Facebook-Gruppe Soboty pro sousedství / Samstage für Nachbarschaft /
Soboty dla sąsiedztwa. Unter diesem Label fanden im Mai und Juni andere vier Zusammentreffen statt, am 30. Mai
gab es sie parallel an 18 (!) Orten. Das Treffen am 13. Juni wurde zu einer Feier der Wiedereröffnung der Grenze.

Lenka Šaldová, Autorin der Ausstellung, gewann für die Sammlung des Nationalmuseums von den Teilnehmenden an
den Veranstaltungen des letzten Jahres fast 1500 Fotos. Die Ausstellung bietet eine Auswahl davon und daneben
auch Geschichten von Menschen, die von der Grenzschließung vor einem Jahr auf eine traurige Weise betroffen
wurden. Es werden auch einzigartige Exponate ausgestellt, wie handgemalte Transparente mit Nachrichten für
Nachbarn, Steinchen, symbolische Papierblumen der Nachbarschaft, Flaggen, Buttons, Liederbücher oder eine
riesige Handwippe, mithilfe von deren sich die Menschen auf Distanz Hand reichen konnten.


Außer den Aktivitäten der Samstage für Nachbarschaft erinnert die Ausstellung auch an die Proteste der Pendler in
der Region von Domažlice. Gleichzeitig stell sich der Klub deutsch-tschechische Partnerschaft bei der Ausstellung vor,
der auch einer der aktiven Organisatoren der Veranstaltungen an der Grenze war und der sich ganz intensiv einer
Entwicklung grenzüberschreitender Kontakte widmet. Auch in Zeiten, in denen es nicht einfach ist.
 

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